Der Wein

Die Geschichte des Weins ist wesentlich mit der Entwicklung früherer Kulturen verbunden. Das Produkt der Rebe, war das Getränk der Götter. Der griechische Gott Dionysos oder sein römisches Pendant Bacchus waren in der Mythologie dem Wein gewidmet. In anderen Kulturen war der Wein ein Symbol vergossenen Bluts im Kampf gegen die Götter. Er wurde häufig als Grabbeigabe verwendet.

Unsere Weine

Wir legen größten Wert auf die Selektion unserer Weine. Bevor wir einen Wein ins Programm nehmen, selektieren wir lange vor und testen ihn ausführlich mit unserem Wein-Sommelier.

In unserem Interesse ist es kleinere, eventuell noch unbekannte Unternehmen zu unterstützen. Wir wollen sowohl diesen kleinen Produzenten helfen und sie fördern, als auch unseren Kunden besondere Weine, Raritäten, bieten, die man sonst nicht bei uns finden würde. 

Die üblichen Weine großer Produzenten können Sie überall finden. Bei uns finden Sie das Besondere.

Um diese Weine für Sie zu finden reisen wir zu den Produzenten und wählen schon vor Ort die Weine von denen wir denken dass Sie Ihnen zusagen werden.

Wir suchen diese Weine in Sizilien und zum Teil durch unseren Weinsommelier auch in Griechenland, um immer neue Weine für Sie im Sortiment zu haben.

 

 

Weinbau in Sizilien

Der Weinbau in Sizilien stellt mit 112.700 ha Rebfläche die größte Weinregion Italiens. Dazu zählen neben Sizilien auch die Insel Pantelleria und die Liparischen Inseln. Im Qualitätsweinbau steht Sizilien mit 11.985 ha erst auf Platz 9 der nationalen Rangliste. Es gibt 23 DOC-Weine auf Sizilien und es gibt ausgezeichnete Landweine (IGTs). Eine Besonderheit ist die Gründung der DOC Sizilien (seit dem Weinjahr 2012), die das Gebiet der gesamten Insel einschließt und als Zusatz „Sicilia“ auf dem Etikett erscheinen darf. So kann die sizilianische Herkunft auch bei den unbekannteren DOC Appellationen verdeutlicht werden. 

Zu den bekanntesten Herstellern zählen Corvo und Regaleali. Allerdings bleibt das Gros der Winzer namenlos. Nur ein Viertel der gesamten Produktion wird auf der Insel abgefüllt. Viele von den 50 Genossenschaften haben oft genug keine eigenen Abfüllanlagen, so dass die sizilianischen Weine letztlich nicht als Weine aus Sizilien in Flaschen gefüllt werden. Trotz des guten Potenzials erkannten die sizilianischen Winzer später als diejenigen auf dem Festland die Chancen eines Anbaus von Qualitätsweinen, der daher noch im Aufschwung begriffen ist. 

Sizilien ist zwar das größte Weinbaugebiet Italiens, bis Mitte der 1990er Jahre war die Insel im Ausland aber in erster Linie für den alkoholverstärkten Süßwein Marsala bekannt. Nachdem man zunächst auf den Anbau internationaler Rebsorten gesetzt hatte, entdeckten die Winzer später heimische Rebsorten wieder, vor allem den Nero d’Avola. Dieser ist heute auf vielen Märkten der wichtigste und bekannteste Wein der Insel.

 

Für die Zukunft ist aber eine positive Entwicklung zu erwarten. Die allgemeinen Standortbedingungen auf Sizilien sind für Wein sehr gut. Es gibt bereits einzelne, kleine Produktionen weniger bekannter regionaler Rebsorten, die das Interesse von Weinliebhabern wecken dürften. Dementsprechend werden bereits deren Stöcke vermehrt und Flächen damit bepflanzt.

Die 23 Regionen mit kontrollierter Herkunftsbezeichnung (DOC) verteilen sich weit voneinander entfernt vor allem auf das westliche Ende, den Nordosten mit dem Hochlagenanbau um den Ätna, dessen Klimate und Böden so komplex sind, dass sie allein sehr unterschiedliche Weintypen hervorbringen. Der Süden dagegen ist heiß und afrikanisch geprägt.

Weintypen

Trotz des heißen und trockenen Klimas auf Sizilien gibt es deutlich mehr Weißwein als Rotwein. Dafür ist der Marsala verantwortlich, der den sizilianischen Weinmarkt historisch dominierte. Seit Mitte der 1990er Jahre ist jedoch der Rotweinanteil gewachsen, auch weil die einheimischen und neu angekommenen Weingüter internationale Sorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah gepflanzt haben. Diese Neupflanzungen befinden sich fast alle im Inselwesten in Reichweite der Hauptstadt Palermo.

SORTE REBE EIGENSCHAFTEN
Weißwein

Catarratto

Die Traube Catarratto, der Hauptbestandteil des Marsalas, ist in Massen vorhanden. Viele Winzer bauen mittlerweile trockene Weine an. Von der Sorte Catarratto etwa gibt es große, ertragreiche Anbauflächen. Sizilien, dort insbesondere die DOC-Region Etna, erzeugt mehr davon als die Weißweinregionen Südtirol, Trentino und Friaul zusammen. Aktuelle statistische Erhebungen gibt es nicht. Nach Schätzungen stehen etwa 40.000 Hektar unter Catarratto-Reben. Mit Hilfe der kühlen, der Frucht dienlichen Gärung ergibt der Catarratto einen fruchtigen Weißwein. Ganz allgemein reifen Weine aus heißen Gegenden – vor allem aus den weniger edlen einheimischen Sorten – schneller als andere. Die große Hitze, die für den Marsala noch von Vorteil war, ist für die moderne Weißweinerzeugung wenig förderlich. Durch sie werden nämlich die fragilen Fruchtaromen und die Säure am Weinstock zermürbt.
Weißwein Grillo Recht gut hingegen verträgt die ehemalige Marsala-Rebsorte Grillo die Hitze, weshalb dieser als trockener Weißwein von einigen Kellereien erfolgreich im Markt positioniert werden konnte. Andere Weingüter arbeiten lieber mit Ansonica (Synonym Insolia) oder dem Grecanico. Ein einheitliches Bild von sizilianischen Weißweinen existiert aber nicht – außer dass sie aus einer heißen Erde stammen.
Weißwein

Moscato di Pantelleria oder Malvasia delle Lipari

Für die Süßweinfraktion hält Sizilien mit dem Moscato di Pantelleria, dem Moscato di Noto und dem Malvasia delle Lipari gleich drei hocharomatische weiße Dessertweine bereit. Einzelne Winzer kultivieren dieses Kulturgut des Südens mit Erfolg, aber außer dem Moscato di Pantelleria erreicht kaum einer Produktionszahlen, die überregionale Vermarktung zuließen.
Rotwein

Cerasuolo di Vittoria

In der Nähe von Ragusa und der Stadt Vittoria wird der Cerasuolo di Vittoria erzeugt – benannt nach der kirschroten Farbe des jungen Weins. Er ist ein aparter, fruchtbetonter Rotwein mit einem angenehmen Säurespiel. Erzeugt wird er aus den Rebsorten Nero d’Avola (mind. 50…70 %) und Frappato (höchstens 30…50 %). Besonders der Frappato verleiht diesem Wein mit seiner präsenten Säure ein ansprechendes Fruchtspiel und die Eleganz, an der es so manchen Rotweinen des Südens mangelt. Dazu trägt der Boden seinen Teil bei: roter, eisenhaltiger Sand auf einem Kalksteinbett, das schon in 30 bis 40 cm Tiefe beginnt. In Kombination mit der Abkühlung durch die Hügelkette Monte Iblei gerät hier auch die Rebsorte Nero d’Avola frischer, mineralischer als im Westen der Insel. Bis in den etwas abgelegenen Südosten der Insel hat sich aber bisher kaum ein Weininvestor gewagt.
Rotwein

Etna Rosso

Schon die griechischen Einwanderer bauten an den Hängen des Vulkans Wein an. Die landwirtschaftlichen Prioritäten verschoben sich dann aber in der Neuzeit zu Ungunsten des Weinanbaus am Ätna. Erst im 19. Jahrhundert blühte er dank des florierenden Handels mit Franzosen, Österreichern und Engländern neu auf. Damals gab es am Ätna bei Catania Rebflächen, die zu den größten der Insel gehörten. Die europaweite Reblausplage Anfang des 20. Jahrhunderts brachte den Weinbau auch am Vulkan zum Erliegen, so dass er sich völlig neu entwickeln musste. Ein Ausflug zu den bis zu 3350 Meter hohen Kratern des Ätna ist die Attraktion im Osten Siziliens. Um den Vulkan reihen sich sehr unterschiedliche Terroirs, also Standortbedingungen, die wiederum zu sehr facettenreichen Weinen führen. Seinem vulkanischen Gestein verdankt die Region die fruchtbaren Böden, die mit Gemüsefeldern, Olivenhainen und Zitrusplantagen bedeckt sind. Auch der Weinbau am Ätna ist alt, die Entwicklung derzeit jedoch dynamisch. Die gegenwärtige Renaissance des Weinanbaus am Ätna steckt freilich noch in den Kinderschuhen. Gängige europäische und sizilianische Reben tun sich im Mikroklima des Vulkans schwer. Die Rebe Nero d’Avola beispielsweise würde am Ätna gar nicht ausreifen. Denn obwohl es tief unten in der Erde brodelt, ist es an den Hängen durch ein extremes Temperaturgefälle zwischen Tag und Nacht und auch die Höhenlage ausgesprochen kühl. Gelesen werden kann in der Regel erst im Oktober. Ergo setzt man auf für Rotweine auf die Rebsorten Nerello Mascalese und Nerello Cappuccio, die hier traditionell beheimatet sind, auch nur hier wachsen und sich den harten Bedingungen angepasst haben. Außerhalb von Sizilien ist der Etna Rosso noch wenig bekannt. Das liegt daran, dass nur einige Betriebe auf hochwertigen Flaschenwein setzen und somit nur kleine Mengen auf den Markt kommen. Den Weinbau hat mit großen technischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Weinparzellen klettern bis auf eine Höhe von 900 Metern, sind besonders im Südosten teils enorm steil und in der Regel durch aufwändig aufgeschichtete Trockenbaumauern aus Lavagestein umgeben. Nur in der Gegend von Randazzo und Passopisciaro ermöglicht auch eine Hochebene den Anbau, doch sind es meist sehr kleine Parzellen in der kargen Lavaerde. Hier wie dort schützen die Trockenbaumauern das kostbare Erdreich, damit es nicht durch Regen ausgewaschen und/oder durch Wind abgetragen wird. Solche extremen Lagen und auch die Alberello-Erziehung erfordern viel Handarbeit und verursachen somit hohe Kosten bei der Bewirtschaftung. So wundert es nicht, dass noch viele hochinteressante Steillagen brach liegen oder verwildern.
Rotwein

Nero d’Avola

Die Erfolgsstory des Nero d’Avola begann Anfang der 1990er Jahre, als die neu erblühte sizilianische Weinszene das Potenzial der heimischen Rebsorten entdeckte. Ermöglicht wurde die Karriere des Nero d’Avola durch einige innovationsfreudige Persönlichkeiten der sizilianischen Weinszene, die Pionierarbeit leisteten. Für diese Entwicklung steht insbesondere der Name Diego Planeta, seit 1973 Präsident der Cantine Settesoli in Menfi, die mit einem jährlichen Ausstoß von rund 20 Millionen Flaschen und einer nicht minder großen Menge an Fassweinen eine der größten Kellereigenossenschaften Europas sind. Nero d’Avola gilt aktuell als die bedeutendste Rebsorte Siziliens und steht dort auf 18.000 Hektar Rebfläche (2013). Besonders um ihren Herkunftsort Avola und die Barockstadt Noto herum und in der weiteren Region versprühen die Weine Aromen von Kirschen, Brombeeren, Pflaumen. Dazu gesellt sich eine mediterrane Kräuterwürze, auch ein wenig Pfeffer. Der Wein ist auch leicht gekühlt bei hochsommerlichen Temperaturen ein Genuss. Nero d’Avola ist wirtschaftlich auch der internationale Durchbruch gelungen, da die Preise moderat sind. Der „principe siciliano“, der sizilianische Prinz, wie die Einheimischen die Rebsorte gerne nennen, ist derzeit (2015) der bekannteste und beste sizilianische Wein.

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